Virtuelle Therapie in der neurologischen Reha
Pressemitteilung

Virtuelle Therapie in der neurologischen Reha

Kipfenberg

In der Computerspiel-Branche stehen Virtual-Reality-Brillen bereits hoch im Kurs. Die Gamer rasen mit Sportwägen über die Rennstrecke oder kämpfen im Weltall gegen Aliens. Die Faszination für virtuelle Realitäten ist groß. Dieser Trend wird langsam auch von der Medizin als Chance erkannt.

In der Computerspiel-Branche stehen Virtual-Reality-Brillen bereits hoch im Kurs. Die Gamer rasen mit Sportwägen über die Rennstrecke oder kämpfen im Weltall gegen Aliens. Die Faszination für virtuelle Realitäten ist  groß. Dieser Trend wird langsam auch von der Medizin als Chance erkannt.

 

Ein Forscherteam der HELIOS Klinik Kipfenberg will jetzt in einer Studie die Wirkung VR-basierter Entspannungsverfahren an Patienten mit Hirnschädigungen testen. In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt soll geklärt werden, wie die neue Technik in der Rehabilitation eingesetzt werden kann. „Das Geld für die VR-Brille, die 360-Grad-Kamera und den Laptop haben wir von der Forschungsförderung der Helios Kliniken Gruppe bekommen“, erklärt Prof. Dr. Dennis A. Nowak, Chefarzt der HELIOS Klinik Kipfenberg. Auf diese Weise unterstütz Helios den medizinischen Fortschritt aktiv.

 

In einer ersten Studie soll untersucht werden, ob die neue Technik von den Patienten akzeptiert und vertragen wird. „Bei dieser Grundlagenforschung wollen wir herausfinden, in welchen Bereichen die VR-Brillen bei neurologischen Patienten angewendet werden kann, ob die Technik angenommen wird oder ob bei weiterführenden Anwendung Nebenwirkungen zu erwarten wären“, erklärt Michael Knodt, Teammitglied der Forschungsgruppe und Psychologe der HELIOS Klinik Kipfenberg. "Es existieren noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, ob Patienten beispielsweise mit einem Schlaganfall problemlos in eine andere Realität versetzt werden können."

Virtuelle Auszeit
Wenn die Ergebnisse für einen Einsatz in der neurologischen Therapie sprechen, gäbe es vielfältige Einsatzfelder. Ein virtueller Spaziergang durch den Wald wäre eine erholsame Auszeit aus dem Klinikalltag. „Unsere neurologischen Patienten können sich anfangs oft kaum selbständig bewegen, geschweige denn das Krankenhaus verlassen“, erklärt Dr. Günter Neumann, Leiter der Psychologie der HELIOS Klinik Kipfenberg. „Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt erleben wir in einigen Fällen eine regelrechte Therapiemüdigkeit. Die virtuelle Technik könnte dabei helfen, die Motivation zu steigern und neue Ziele zu finden.“

"Die Entwicklung der technischen Möglichkeiten ist derart rasant, dass sich meiner Meinung nach bereits in wenigen Jahren heute unvorstellbare Einsatzbereiche ergeben werden", sagt Prof. Nowak. Seine Vision: "Schon in wenigen Jahren können unsere Patienten virtuell durch ihre Wohnungen gehen, abwaschen und in der eigenen Küche Kaffee kochen." So können die Patienten noch in der Klinik virtuell im privaten Umfeld den Alltag trainieren. Der Schritt zurück ins Leben wäre dann nur noch ein kleiner.